Ein Mann muss vor Gericht. Der Grund: seine Hautfarbe
Wie gehen Gerichte mit «Racial Profiling» um?
Ein Mann wartet an einem Zürcher Provinzbahnhof auf den Zug, ruhig und unauffällig, mitten am Tag. Plötzlich steht eine Polizeipatrouille vor ihm und nimmt ihn fest.
Es ist November 2024 gegen Mittag als die Polizei am Bahnhof Kemptthal einen 29-jährigen Mann kontrolliert. Sie nehmen den Mann fest, denn nach Schweizerischem Recht, dürfte er sich gar nicht in der Schweiz aufhalten. Er wird von der Staatsanwaltschaft wegen «rechtswidrigem Aufenthalt» angeklagt. Gefordert wird eine Geldstrafe.
Für die Verteidigerin des Mannes ist es ein klarer Fall von «Racial Profiling», denn in den Akten findet sich keinen Grund für die Polizeikontrolle und eine Vermutung liegt nahe: Der Mann wurde aufgrund seiner Hauptfarbe kontrolliert.
Brigitte Hürlimann war im September 2025 vor Gericht dabei und wollte wissen: Befolgen die Schweizer Gerichte die Anweisungen zu «Racial Profiling», welche der Gerichtshofs für Menschenrechte in einem Urteil zu einem Schweizer Fall festgehalten hat? Und welches Urteil findet die Richterin?
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Produktion: Vivienne Kuster Hosts: Brigitte Hürlimann & Boas Ruh
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